Was ist eine GmbH und wann macht es für ein Unternehmen Sinn, sich für diese Rechtsform zu entscheiden? Alle wichtigen Infos sowie Vorteile und Nachteile (Stand: Januar 2026) haben wir hier übersichtlich zusammengefasst.
Was ist eine GmbH?
Eine GmbH („Gesellschaft mit beschränkter Haftung“) ist eine Kapitalgesellschaft und damit eine juristische Person. Sie kann selbst Verträge schließen, Eigentum besitzen, klagen oder verklagt werden – unabhängig von den Privatpersonen dahinter.
Wichtig: Eine GmbH besteht aus Gesellschaftern (Eigentümer) und mindestens einem Geschäftsführer (Leitung). Das sind zwei unterschiedliche Rollen – eine Person kann beides sein, muss aber nicht.
Rechtsgrundlage ist das GmbH-Gesetz (GmbHG), das in Deutschland seit 1892 existiert.
Was bedeutet „mit beschränkter Haftung“?
„Beschränkte Haftung“ heißt: Für Schulden der GmbH haftet grundsätzlich die GmbH mit ihrem Gesellschaftsvermögen – nicht automatisch du privat als Gesellschafter.
Aber: Ganz „risikofrei“ ist es nicht. In der Praxis kann es zu persönlicher Haftung kommen, z. B. wenn
- du als Geschäftsführer Pflichten verletzt (z. B. Insolvenzverschleppung, Steuern/Sozialabgaben nicht abgeführt),
- du privat bürgst (z. B. gegenüber der Bank),
- das Stammkapital nicht ordnungsgemäß eingebracht wurde oder verbotene Auszahlungen erfolgen.
Wann macht eine GmbH Sinn?
Eine GmbH lohnt sich vor allem dann, wenn du Haftungsrisiken reduzieren willst oder dein Business „erwachsener“ wird – z. B. durch höhere Umsätze, Mitarbeiter, teure Verträge oder mehr Außenwirkung.
Typische Gründe:
- Haftungsbegrenzung bei höherem Risiko (z. B. Handel, Dienstleistungen mit Schadenpotenzial, Projekte mit hohen Summen)
- Professioneller Auftritt gegenüber Kunden, Lieferanten, Banken und Investoren
- Wachstum & Beteiligungen (Eintritt weiterer Gesellschafter ist strukturiert möglich)
- Trennung von Privatvermögen und Unternehmensvermögen (sauberer, planbarer)
Was sind die Vorteile einer GmbH?
- Haftungsbeschränkung: Grundsätzlich haftet die GmbH mit dem Gesellschaftsvermögen.
- Seriosität & Vertrauen: Eine GmbH wirkt oft belastbarer als ein Einzelunternehmen.
- Klare Strukturen: Rollen (Gesellschafter/Geschäftsführung) und Regeln lassen sich sauber festlegen.
- Einfachere Beteiligungen: Neue Gesellschafter können über Geschäftsanteile beteiligt werden.
- Planbarkeit: Fortbestand ist nicht an eine Person gebunden (anders als z. B. beim Einzelunternehmen).
Welche Nachteile hat eine GmbH?
- Mehr Kosten bei Gründung und laufend: Notar, Handelsregister, laufende Buchhaltung/Abschluss, ggf. Steuerberatung.
- Mehr Formalitäten: Jahresabschluss, Offenlegung (Bundesanzeiger), Gesellschafterbeschlüsse, Dokumentationspflichten.
- Steuern sind anders (nicht automatisch „schlechter“): Gewinne der GmbH unterliegen i. d. R. Körperschaftsteuer (15%) plus Solidaritätszuschlag sowie Gewerbesteuer. Ausschüttungen an Privatpersonen werden zusätzlich besteuert (z. B. Abgeltungsteuer, je nach Fall).
- Geschäftsführer-Haftungsfallen: Trotz GmbH kann die Geschäftsführung persönlich haften, wenn Pflichten verletzt werden.
Gründung einer GmbH: Anforderungen und Ablauf (Stand: Januar 2026)
1) Stammkapital
Das Mindest-Stammkapital beträgt 25.000 €.
- Bei einer Bargründung müssen zur Eintragung mindestens 12.500 € eingezahlt sein (die restliche Einlage bleibt als Verpflichtung bestehen).
- Sacheinlagen (z. B. Maschinen) sind möglich, aber formaler und prüfintensiver.
2) Gesellschafter & Geschäftsführer
Du brauchst mindestens einen Gesellschafter. Außerdem mindestens einen Geschäftsführer (kann identisch sein).
3) Gesellschaftsvertrag (Satzung)
Der Gesellschaftsvertrag regelt u. a. Firma/Name, Sitz, Unternehmensgegenstand, Stammkapital, Geschäftsanteile und interne Regeln.
4) Notartermin & Handelsregister
Die Gründung wird notariell beurkundet und anschließend beim Handelsregister angemeldet.
Update: Seit einigen Jahren ist die Online-Gründung (insb. Bargründung) per notarieller Videobeurkundung in Deutschland möglich – je nach Fall/Notariat und technischen Voraussetzungen.
5) Geschäftskonto & Einzahlung
Das Stammkapital wird auf ein Geschäftskonto der (Vor-)GmbH eingezahlt. Ein „Sperrkonto“ ist im Alltag nicht zwingend der Standardbegriff – entscheidend ist, dass die Einzahlung nachweisbar ist und die Voraussetzungen für die Registereintragung erfüllt sind.
6) Nach der Gründung: Pflichten, die du einplanen solltest
- Buchführung (doppelte Buchhaltung) und Jahresabschluss
- Offenlegung im Bundesanzeiger (je nach Größenklasse)
- Steuern: u. a. Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, ggf. Umsatzsteuer
- Je nach Struktur: Transparenzregister (wirtschaftlich Berechtigte melden/aktualisieren)
GmbH oder UG (haftungsbeschränkt)?
Wenn dir 25.000 € Stammkapital zu viel sind, kann eine UG (haftungsbeschränkt) eine Alternative sein. Sie ist im Prinzip eine „kleine Schwester“ der GmbH:
- Gründung ab 1 € Stammkapital möglich (in der Praxis sollte es mehr sein).
- Es gibt eine Ansparpflicht, bis später ggf. zur GmbH „hochgestuft“ werden kann.
Wann lohnt sich der Wechsel zur GmbH?
Ein Wechsel kann sinnvoll sein, wenn
- du merkst, dass Haftungsrisiken real werden (höhere Auftragswerte, Reklamations-/Schadensrisiko, Mitarbeiter, Lager/Produkte),
- du professioneller auftreten willst (z. B. bei B2B, Banken, öffentlichen Auftraggebern),
- du mit Partnern/Investoren arbeiten willst und klare Beteiligungen brauchst,
- dein Einzelunternehmen/Personengesellschaft steuerlich/strukturell an Grenzen kommt.
Tipp: Ob GmbH/UG wirklich „besser“ ist, hängt stark von deinem Gewinn, deiner Ausschüttungsstrategie und deinem Risiko ab. Für die Entscheidung lohnt sich oft ein kurzes Gespräch mit Steuerberatung oder Gründungsberatung – weil es dabei weniger um Theorie, sondern um deinen konkreten Fall geht.
