Wie an vielen Universitäten und Hochschulen schließt ein Kolloquium den Bachelor an der IU ab. Im Grunde handelt es sich dabei um eine kurze Zusammenfassung der Thesis in einer Präsentation mit anschließendem Gespräch mit deiner Betreuungsperson und in der Regel einem Zweitprüfer. Ich selbst habe mir davor unglaublich viele Gedanken gemacht, nur damit es am Ende halb so schlimm war – vielleicht kann dieser Erfahrungsbericht dir auch ein bisschen die Aufregung nehmen.
Meine Ausgangslage
Bevor ich anfange, von meinen Erfahrungen mit dem Kolloquium zu berichten, möchte ich dir kurz meinen akademischen Hintergrund erläutern, damit es später nicht zu Verwirrungen kommt. Ich habe 2021 angefangen, Journalismus an der IU zu studieren. Der Studiengang eignet sich tatsächlich hervorragend für ein Fernstudium und war sehr praxisorientiert mit vielen Projekten und einem weitgefächerten Repertoire an unterschiedlichen Modulen – von Social Media Marketing über Medienpsychologie bis hin zu professionellem Texten oder der Konzeption von Videos in Audio-Visuelle Medien. Rückblickend kann ich den Studiengang als Fernstudium also sehr empfehlen, aber dazu werde ich vielleicht in einem gesonderten Beitrag mehr erzählen. Hier soll es in erster Linie darum gehen, wie es mir mit meinem Kolloquium ergangen ist.
Kolloquium an der IU: Grundlagen
Ich habe mich etwa einen Monat vor Beginn meiner Bachelorarbeit mit meiner Betreuungsperson in Verbindung gesetzt, indem ich ihr mein Exposé per Mail zugeschickt habe. Nachdem ich ein paar Änderungen an diesem vorgenommen hatte und eine detaillierte Struktur des Aufbaus vorlegen konnte, ging es los. Da ich mich für ein Vollzeitstudium entschieden hatte, war meine Bearbeitungszeit auf 8 Wochen beschränkt – diese haben mir persönlich aber absolut ausgereicht. Ich denke, das Wichtigste ist hier eine ausreichende Planung vorab.
Ein kleiner Tipp am Rande: Schreibe dir ein detailliertes Inhaltsverzeichnis mit allen Unterpunkten, die du anschließend nur noch abarbeiten musst. Aber ich denke, jeder hat da so seine eigene Strategie.
Nach Abgabe der Thesis hat die Betreuungsperson in der Regel 4 Wochen Zeit, um die Bachelorarbeit zu korrigieren. Der Termin des Kolloquiums wird etwa 6 Wochen nach Abgabetermin unter Vorbehalt des Bestehens terminiert – heißt: Sollte die schriftliche Ausarbeitung durchfallen, findet die mündliche Präsentation gar nicht erst statt. Die zeitlichen Vorgaben sind dabei aber eher eine grobe Richtlinie. Da meine Tutorin sich mental bereits im Sommerurlaub gesehen hat, fand mein Kolloquium bereits 2,5 Wochen nach Abgabe der Arbeit statt. Wobei ich an sich die Wahl hatte: Ich hätte das Kolloquium auch erst im September halten können, was mir aber ehrlich gesagt zu spät gewesen wäre. Und wie sagt man so schön? Was weg ist, ist weg.
IU Kolloquium: Meine Vorgehensweise
Ursprünglich bin ich davon ausgegangen, mein Kolloquium würde etwa einen Monat nach meiner Bachelorarbeit stattfinden, weshalb ich eine Woche nach Abgabe meiner Thesis nicht in meine Uni-Mails geschaut habe und mir eine kurze Auszeit von dem Thema nehmen wollte. An sich würde ich immer noch sagen, dass dies ein völlig gerechtfertigter Gedanke war, trotzdem würde ich jedem raten, doch ab und zu mal zu checken, ob sich die Betreuungsperson gemeldet hat. In meinem Fall war das nämlich so – mit dem Angebot eines Kolloquium-Termins schon etwa zwei Wochen später. Durch meine eigene Unachtsamkeit hatte ich also nur noch eine Woche Zeit. Theoretisch hätte ich mich auch für einen späteren Termin entscheiden können. An sich ist früher aber immer besser, besonders da alle wichtigen Punkte der Thesis dann noch gut im Gedächtnis sind, was gerade bei potenziellen Fragen einen Vorteil darstellen kann.
Schritt 1:
Letztendlich hatte ich also etwa eine Woche zur Vorbereitung. Der erste Schritt war für mich, die Schwerpunkte der Thesis herauszuarbeiten. Du hast für deine Präsentation maximal 15 Minuten Zeit, heißt also, dass du wirklich gut einteilen musst, was relevant ist und was nicht. Ich habe mich stark an der Struktur meiner Bachelorarbeit orientiert, wobei ich zu theoretischen Grundlagen oder der Forschungsmethode lediglich ein paar Sätze eingeplant habe. Mein erster Entwurf war viel zu lang, mit späteren Kürzungen hat es aber in den zeitlichen Rahmen gepasst.
Schritt 2:
Ich habe mir zwei Tage eingeplant, um die PowerPoint zu erstellen. Anschließend habe ich mir einen passenden Text vorformuliert. Jeder hat unterschiedliche Vorgehensweisen – mache einfach das, was für dich am besten passt. Für mich ist es am hilfreichsten, einen Text zu haben, den ich mir zur Sicherheit auf Karteikarten schreibe. Zusätzlich notiere ich mir zu jeder Folie noch Stichpunkte. Bei der Präsentation selbst habe ich letztlich weder das eine noch das andere gebraucht.
Schritt 3:
Als letzten Schritt der Vorbereitung bin ich die Präsentation immer wieder durchgegangen. Da sie zunächst etwas zu lang war, habe ich noch einen zweiten Entwurf angefertigt, der von der Struktur her etwas anders war und mir übersichtlicher erschien. Danach hieß es: üben, üben, üben. Darüber hinaus habe ich die Präsentation von Freunden und Familie checken lassen. Das würde ich immer empfehlen. Am besten ist es, wenn du sie Personen zeigst, die deine Ausarbeitung gelesen haben oder mit der Thematik vertraut sind – aber auch unabhängig davon hilft es, die Folien gegenchecken zu lassen, um Fehler zu identifizieren und die Verständlichkeit zu prüfen.
Das Kolloquium selbst
Das Vorgeplänkel
Ich bin vor Präsentationen und Prüfungen immer extrem nervös – wenn du damit entspannter umgehen kannst: herzlichen Glückwunsch. Wenn du genauso bist wie ich, kann ich dir nur mit auf den Weg geben, dass alles halb so wild ist. Während du dein Kolloquium vorbereitest, steht dir deine Betreuungsperson jederzeit für Fragen zur Verfügung. Ich habe vor Beginn ein paar grundsätzliche Unklarheiten geklärt, musste danach aber keine weiteren Rückfragen stellen. Solltest du das tun müssen oder wollen, ist das aber absolut kein Problem.
Am Tag vor dem Termin habe ich den Einladungslink für Microsoft Teams erhalten, mit der Bitte, schon 10 Minuten früher in den Call zu kommen, um die technischen Gegebenheiten zu prüfen. In diesem Zuge wurde auch die Identität durch Vorzeigen des Personalausweises bestätigt und ich habe den Zweitprüfer kennengelernt. Diese zehn Minuten im Vorfeld waren perfekt, um etwas runterzukommen. Ich war zwar sehr nervös, aber durch das lockere Gespräch zu Beginn lagen meine Nerven danach nicht mehr komplett blank.
Die Präsentation
Ich konnte pünktlich mit meiner Präsentation starten und erfreulicherweise hat alles funktioniert. Ich konnte also ganz normal präsentieren. Dadurch, dass ich die ganze Zeit die Folien vor Augen hatte und die Prüfer nur klein per Teams zu sehen waren, fiel mir das Präsentieren deutlich leichter als früher in der Schule an der Tafel. Nach der Präsentation ging es dann direkt in die Fragerunde über.
Das Gespräch danach
In der Anleitung zum Kolloquium auf myCampus wird das Nachgespräch als Frage-Antwort-Runde bezeichnet, die bis zu 30 Minuten dauern kann. Bei mir dauerte der gesamte Teil etwa eine Viertelstunde und war weniger eine klassische Frage-und-Antwort-Situation als vielmehr ein richtiges Gespräch. Natürlich hatten die Prüfer ihre Fragen, daraus entwickelte sich aber ein kleines, interaktives Gespräch, bei dem es vor allem um ein besseres Verständnis ging. Ich hatte mir das Ganze deutlich schlimmer vorgestellt – tatsächlich war es aber sehr entspannt.
Die Benotung
Nach der Fragerunde habe ich den Call verlassen, während sich die Prüfer beraten haben. Nach etwa fünf Minuten wurde ich wieder dazugeholt und habe die Note für das Kolloquium selbst sowie die Bewertungen meiner Betreuungsperson und des Zweitprüfers erhalten. Aus diesen drei Noten setzt sich die Endnote der Bachelorarbeit zusammen. Von den insgesamt 10 ECTS-Punkten, die du dafür bekommst, entfallen 9 auf die Thesis und 1 auf das Kolloquium. Du siehst also: Es hat keine weltbewegende Relevanz.
Ist die Bachelorarbeit deine letzte Prüfungsleistung, bekommst du automatisch deine Abschlussdokumente zugeschickt. Solltest du noch Module offen haben, musst du dies vorab an das Prüfungsamt weiterleiten und dich dort noch einmal melden, sobald alle Leistungen erbracht sind, damit die Unterlagen versendet werden.
Fazit
Das Wort Kolloquium klingt so hochgestochen, dass man direkt vermutet, es handle sich um etwas extrem Wichtiges. Am Ende rundet es die Bachelorarbeit – also eine Thematik, mit der du dich wochenlang intensiv auseinandergesetzt hast – lediglich ab. Auch wenn es nur einen sehr kleinen Teil der Endnote ausmacht, war ich extrem nervös. Rückblickend war das natürlich unnötig, aber ich verstehe jeden, dem es genauso geht.
Alles in allem kann ich aber nur sagen: Es ist wirklich halb so wild. Wenn du deine Thesis selbst geschrieben hast, wird das Kolloquium kein Problem darstellen. Die Prüfer sind in der Regel sehr nett und können die Nervosität gut nachvollziehen. Am Ende wollen sie dir nichts Böses, sondern machen einfach ihren Job. Überlege dir eine klare Struktur mit den wichtigsten Punkten – dann ist auch diese abschließende Präsentation gut machbar. Ich habe es geschafft, viele vor mir auch, und du wirst es genauso schaffen.
